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Stadtentwicklung

Integriertes Stadtentwicklungskonzept

Titelseite vom ISEK Bericht

Titelseite vom ISEK Bericht

Der Rat hat in seiner Sitzung am 29.06.2017 das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Meerbusch 2030 beschlossen, dass  das räumliche Leitbild und die strategischen Leitlinien als umfassender Orientierungsrahmen für die wesentlichen Bereiche der Stadtentwicklung dienen sollen. Das ISEK soll als städtebauliches Entwicklungskonzept gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 Baugesetzbuch (BauGB) Grundlage für sachgerechte qualitative planerische Entscheidungen als auch Abwägungsgrundlage für Fachplanungen und Entwicklungskonzepte sein.

Aufgabe und Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Meerbusch 2030 ist Ergebnis eines fast zweijährigen, intensiven Beteiligungs- und Erarbeitungsprozesses von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Wesentliches Ziel war es, Strategien und Lösungsansätze für eine zukünftige nachhaltige Stadtentwicklung herauszuarbeiten und Maßnahmen zu benennen, die Antworten auf die sich verändernden demographischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sein können.

Das ISEK versteht sich deshalb als Leitfaden, der durch den integrierten Ansatz nicht nur die rein bauliche Stadtentwicklung im Fokus hat, sondern vielmehr auch die Ergebnisse aus demographischen und räumlichen Untersuchungen sowie die Anforderungen an Familie und Beruf, an das Wohnen im Alter, an die Grün- und Freiräume, an intelligente Verkehrslösungen als auch einem lebendigen Miteinander verbindet und abstimmt. Das ISEK soll nicht andere Fachkonzepte, wie Handlungskonzepte, Entwicklungspläne oder städtebauliche Rahmenpläne ersetzen, sondern es dient vielmehr bei deren Erarbeitung als umfassender Orientierungsrahmen.

Dialog- und Beteiligungsprozess

Die Grundlagen für das ISEK wurden in einem intensiven Dialog- und Beteiligungsprozess erarbeitet. Nach einer umfassenden Analysephase sind die Ergebnisse mit Politik und Verwaltung, aber auch der Bürgerschaft diskutiert und abgestimmt worden.

Ein zentraler Baustein in der Erarbeitung des ISEKs war die Zukunftskonferenz im Oktober 2015. Über 50 Akteure aus den Bereichen Bildung, Sport, Natur, Umwelt, Wirtschaft, Soziales, Religion, Kultur, Verkehr und Wohnen arbeiteten an einem gemeinsamen Zukunftsbild für die Stadtentwicklung.

Aufbauend auf die Erkenntnisse aus der Zukunftskonferenz konnten Handlungsempfehlungen für die Stadtentwicklung für die nächsten 15 Jahre formuliert werden. Im April 2016 wurden diese Empfehlungen in drei internen Fokusrunden mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung diskutiert und in einem Workshop mit den politischen Vertretern weiter konkretisiert.

Auf Grundlage der herausgearbeiteten Handlungsfelder wurden Fokusthemen und -räume bestimmt, die für die „Weichenstellung“ der zukünftigen Stadtentwicklung in Meerbusch besondere Relevanz besitzen. In themenbezogenen Fokusrunden mit Fachleuten aus der Verwaltung wurden die Inhalte diskutiert und Strategien und Lösungsansätze herausgearbeitet.

Diese Ergebnisse wurden mit den Vertretern der Politik in einem konzentrierten, eintägigen Workshop diskutiert und weiter finalisiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftskonferenz wurden vor der Abschlussveranstaltung eingeladen, sich in einem Hearing vorab einen Überblick über den Erarbeitungsstand zu verschaffen und direkt nachzuvollziehen, wie ihre Anregungen umgesetzt wurden. Das Hearing fand im Juni 2016 statt. Bei dieser Gelegenheit bestand auch die Möglichkeit, eine persönliche Rückmeldung zu den vorgestellten Ergebnissen zu geben und diese direkt mit den politischen Vertretern zu diskutieren.

Den Abschluss des Dialog- und Beteiligungsprozesses im Zuge der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts bildete die öffentliche Abschlussveranstaltung im Juli 2016. Hier wurde der vollständige Bearbeitungsprozess vorgestellt, wobei das größte Augenmerk auf der Vorstellung der integrierten Handlungsfelder und der konkreten Maßnahmen lag.
Aktuelle Herausforderungen und Aufgaben für die Stadtentwicklung

Für zukünftige Entwicklungen der Stadt sind insbesondere die aktuellen Tendenzen der demografischen, gesellschaftlichen und mobilen Entwicklung von Bedeutung. Für eine nachhaltige und lebenswerte Stadtstruktur sind deshalb insbesondere die Bereiche Wohnen und Mobilität maßgebend.

So zeichnet sich Meerbusch vor allem durch seine hochwertigen Wohn- und Wohnumfeldqualitäten aus, die insbesondere durch die Freiraum- und Erholungsqualitäten der „Stadt im Grünen“ bestimmt werden. Aus der demografischen Entwicklung resultiert der Bedarf an ausreichendem, nachfragegerechten und bezahlbaren Wohnraum sowie an entsprechenden Versorgungseinrichtungen. Auch muss sich Meerbusch der Herausforderung seiner Profilierung als Wirtschaftsstandort im Ballungsraum der Landeshauptstadt stellen. Zudem sind bei zukünftigen Entwicklungen des Siedlungs-und Wirtschaftsraums die Belange der Landschaft und der Umwelt zu berücksichtigen. Dementsprechend sind nachhaltige und intelligente Verkehrslösungen zu entwickeln.

Das Ziel

Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts in Meerbusch ist es, fachlich und politisch abgestimmte Ziele und strategische Leitlinien der Stadtentwicklung herauszuarbeiten und Handlungsschwerpunkte für die nächsten Jahre zu benennen. Dabei sollen einzelne Schwerpunktthemen und -räume vertiefend betrachtet und hierfür umsetzbare Lösungsstrategien ausgearbeitet werden. Im Ergebnis soll das Integrierte Stadtentwicklungskonzept konkrete Handlungsvorschläge für die räumliche Planung in der Stadt Meerbusch benennen. Dafür ist es erforderlich, realistische Handlungsoptionen und Entwicklungsperspektiven herauszuarbeiten.

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RegioNetzWerk

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Mit der Initiative „Stadt-Umland. NRW" sind im Sommer 2016 Großstädte und ihre Nachbarkommunen vom NRW-Bau-Ministerium eingeladen worden, gemeinsame Zukunftskonzepte einzureichen. Aufgabe war es, Wege integrierter und interkommunaler Zusammenarbeit aufzuzeigen. Daran haben sich 18 Großstädte, 82 Nachbarkommunen, fünf Landkreise sowie 46 Kooperationspartner wie Nahverkehrsträger oder regionale Entwicklungsorganisationen beteiligt.

Meerbusch hat sich zusammen mit Duisburg, Düsseldorf, Krefeld, Ratingen und dem Kreis Mettmann zum RegioNetzWerk zusammengeschlossen. Der neugebildete Verbund hat hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung mit einem gemeinsam entwickelten Verständnis zur Siedlungsentwicklung zu bewältigen. Vorbildhafte und zukunftsfähige Lösungswege unter dem Leitsatz „Intelligenter Siedlungsbau trifft nachhaltige Mobilität" haben die Partner in einem Zukunftskonzept zusammengetragen.

Die wichtigsten Ziele sind die Bewältigung der kommunalen Herausforderungen (Wachstumsdruck, Pendlerströme, Flächenknappheit, Versiegelung etc.) durch regional abgestimmte, praxisbezogene Strategien, das konsequente integrierte bearbeiten der Themen Siedlungsentwicklung und Mobilität sowie das gemeinsame Lernen bei der zügigen Umsetzung von innovativen Projekten. In den ausgewählten Leitprojekten der Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung des RegioNetzWerk wird diese Zielsetzung anhand von Qualitätskriterien erprobt. Sie werden in den regionalen Entwicklungsrichtungen berücksichtigt, die lokal beschlossen und regional umgesetzt werden sollen.

Im Rahmen der Fachmesse für Stadt- und Projektentwicklung polis Convention wurde das "RegioNetzWerk" am 17. Mai 2017 als eines von drei Konzepten mit besonderem Vorbildcharakter ausgezeichnet. NRW-Minister Michael Groschek würdigte es als „vorbildliches Zukunftskonzept für Großstädte und ihre Nachbarkommunen".

Meerbuschs Bürgermeister Angelika Mielke-Westerlage bedankt sich bei allen Projektpartnern und Mitarbeitenden für das Engagement bei der Entwicklung des Projektes: „Mobilität, Wohnen, Infrastruktur - die Herausforderungen, die damit verbunden sind, enden nicht an Stadtgrenzen. Daher engagiert und organisiert sich die Stadt Meerbusch in verschiedenen regionalen Zusammenhängen. Das RegioNetzWerk wird die Verbindung mit unseren Nachbarn weiter stärken und erarbeitet neue Perspektiven für die Bürgerinnen und Bürger in der Region."

In der Begründung der Jury für die Entscheidung heißt es: „Der Vorbildcharakter dieses Konzeptes liegt in dem pragmatischen Zugang und niederschwelligen Ansätzen für eine integrierte Raumentwicklung begründet." Der Stadtumlandverbund setze mit den Themen Freiraum, Klima und Nachhaltigkeit, Smartes digitales Quartier und Partizipation eigene Akzente. Die spezifische Raumsituation der beidseitig des Rheins gelegenen Kommunen werde zur Ausgangssituation für ein gemeinsames Leitbild. „Dabei wird der Rhein nicht als Grenze begriffen, sondern die Zusammenführung von Mobilitätslinien und Siedlungsräumen aufzeigt", so weiter in der Begründung.

„Die Jury legt der künftigen Landesregierung nahe, die entwickelten Prozesse weiter zu fördern und zu unterstützen", so Michael von der Mühlen, Staatssekretär im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Konzepte sollten als Vorbild dienen für den integrierten Einsatz der Förderinstrumente im Infrastrukturbereich, bei der Städtebau- und der Wohnraumförderung sowie bei Förderangeboten der Mobilität.

Nähere Informationen zum Projektaufruf und zur Auswahlentscheidung gibt es im Internet unter www.stadtumland-nrw.de

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