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Fahrradbeauftragter

Die Förderung des Radverkehrs in Meerbusch ist Teil des städtischen Klimaschutzkonzepts. Zur Koordination der Maßnahmen und als Ansprechpartner hat der Klimabeirat einen Fahrradbeauftragten ernannt, der diese Funktion ehrenamtlich wahrnimmt:

Fahrradbeauftragter Manfred Weigand - Ein Porträt

Fahrradbeauftragter Manfred Weigand

Diplom-Ingenieur Manfred Weigand ist der erste ehrenamtliche Fahrradbeauftragte der Stadt Meerbusch. Die Förderung des Fahrradverkehrs in Meerbusch ist Teil des städtischen Klimaschutzkonzepts. Wir haben mit Manfred Weigand über seine Aufgabe, über erste Ansätze für Verbesserungen und über das "Alltagsradeln" gesprochen.

Herr Weigand, wer das Radfahren in Meerbusch fördern möchte, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Sind Sie selbst oft mit dem Rad unterwegs?

Ich fahre viel und gerne. Ich habe mir vor drei Jahren ein sehr gutes Rad gekauft und seitdem schon mehrere tausend Kilometer damit zurückgelegt. Das Auto lasse ich immer öfter in der Garage. Radfahren macht mehr Spaß und ist obendrein gesund.

Meerbusch ist schon jetzt eine Stadt der Radfahrer. Der viel befahrene Radweg auf dem neuen Rheindeich ist das beste Beispiel dafür, oder?

Das stimmt. Das Freizeitradfahren ist bei uns traditionell sehr beliebt - am Wochenende zur Erholung oder für die Fitness. Ziel des Klimaschutzkonzeptes aber ist es, das Alltagsradeln zu fördern. Wir müssen das Fahrrad als Verkehrsmittel auch für den Weg zur Arbeit oder für Besorgungsfahrten etablieren. Immer noch werden viel zu viele Kurzstrecken zum Bäcker oder zur Bank mit dem Auto zurückgelegt. Das ist nicht klimafreundlich, kostet Geld und Nerven - letzteres vor allem auch wegen umständlicher Parkplatzsuche.

Warum sind Sie für das Amt des Fahrradbeauftragten der richtige Mann?

Ich war viele Jahre Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Meerbusch und habe mich im Zuge dessen intensiv mit Straßen- und Radwegeplanung beschäftigt. Von daher habe ich ein gutes Auge für Verkehrssituationen und auch für die Bedürfnisse von Radfahrern im Straßenverkehr. Gerade in den 1980er Jahren gab es für den Ausbau der Radwegenetze erhebliche Fördermittel vom Land NRW. Das haben wir genutzt.

Würden Sie das Radwegenetz in Meerbusch denn heute als optimal bezeichnen?

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer. Viele Radwege, die in den 80er Jahren entstanden sind, gelten nach den heutigen gesetzlichen Vorgaben als zu schmal und damit als nicht sicher. Insbesondere die Abschnitte, die als kombinierte Fuß- und Radwege ausgewiesen sind, muss man heute kritisch sehen.

Halten Sie es denn vor dem Hintergrund klammer kommunaler Kassen noch für möglich, für solche Zwecke Geld zusammenzubringen?

Man muss nicht aufwändig Straßen umbauen, wenn man den Radfahrern im Verkehr mehr Platz und mehr Recht einräumen möchte. Auch mit verhältnismäßig geringem Aufwand können wir viel Gutes bewirken. Eine markante Ausschilderung und eine klare Markierung von Radstreifen im Bereich der Fahrbahn reicht oft schon aus. Dazu brauchen wir mehr Fahrradständer an zentralen Plätzen oder vor Geschäften. Ich denke, hier gibt es noch viele praxisnahe Möglichkeiten, die wir nutzen können.

Wie wollen Sie konkret vorgehen?

Erstes Ziel war es, in Zusammenarbeit mit der städtischen Klimaschutzbeauftragten und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Meerbusch ein Radwegekonzept für das Stadtgebiet zu entwickeln. Dieses Konzept mit konkreten Anregungen wurde von der Politik beschlossen und wird Zug um Zug umgesetzt. Mit einem solchen Konzept im Rücken bestehen durchaus auch Möglichkeiten, Fördergelder und Zuschüsse für Meerbusch zu generieren.

Wie sehen Sie die Chancen?

Ich bin grundsätzlich optimistisch. Wir haben in Meerbusch schon viel bewegt. Das werden wir fortsetzen.