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Fachkräftesicherung und Berufsorientierung

Fachkräftemangel

Vom Fachkräftemangel sind bereits heute nahezu alle Branchen betroffen. Der Fachkräfte-Engpass wird sich in den kommenden Jahren sogar noch verschärfen. Für Unternehmen ist die Fachkräftesicherung daher von wesentlicher Bedeutung, da sie in Zukunft verstärkt qualifizierte Fachkräfte benötigen, um wettbewerbsfähig zu sein.

Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig, insbesondere stehen dem Arbeitsmarkt aufgrund des demographischen Wandels zukünftig immer weniger Menschen zur Verfügung.

Nach einer Analyse der Industrie- und Handelskammern und Nordrhein-Westfalen (Fachkräftereport 2019) wird das Angebot an erwerbstätigen Fachkräften in den nächsten Jahren wesentlich stärker abnehmen als die Anzahl der Arbeitsplätze. Somit wird prognostiziert, dass der Fachkräfte-Engpass zwischen 2019 und 2030 einen erheblichen Anstieg erfahren wird. Demnach lag der relative Fachkräfte-Engpass in der Region Mittlerer Niederrhein in 2019 bei 6,8% und könnte sich bis zum Jahr 2030 auf 15,5% erhöhen.

Unternehmen gehen neue Wege

Bei der Suche nach qualifiziertem Personal erschließen sich den Unternehmen durch die zunehmende Digitalisierung neue Wege. Immer mehr Unternehmen nutzen daher verstärkt soziale Medien, um dort -statt der klassischen Stellenanzeige in der Zeitung- auf ihr Jobangebot aufmerksam zu machen und gleichzeitig ihr Unternehmen zu präsentieren.

Auch setzen die Unternehmen verstärkt auf die Bindung von Fachkräften, in dem sie ihren Mitarbeitern ein gutes Betriebsklima, eine attraktive Vergütung, aber auch Perspektiven durch Weiterbildungsangebote bieten. Daneben spielt auch das betriebliche Gesundheitsmanagement eine immer größere Rolle. Durch flexible Arbeitszeiten oder der Möglichkeit des Homeoffice kann den Beschäftigten auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geboten werden, dort wo es die Tätigkeit zulässt.

Die Unternehmen müssen versuchen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, in dem sie den Anforderungen der Beschäftigten gerecht werden, um dem Fachkräfte-Engpass entgegenzuwirken.

Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW
Ziele der Landesinitiative

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, den Übergang von der Schule in die Ausbildung oder ins Studium nachhaltig zu verbessern. Mit der Initiative "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf NRW" führt Nordrhein-Westfalen als erstes Flächenland ein einheitliches und effizientes Übergangssystem ein, das alle Schülerinnen und Schüler in den Blick nimmt.

Mit dem neuen Übergangssystem Schule-Beruf in NRW erhalten alle Schülerinnen und Schüler frühzeitig die Möglichkeit, im Prozess der Beruflichen Orientierung ihre eigenen Berufs- und Studienwahlentscheidungen zu treffen, um den Eintritt in eine Ausbildung oder ein Studium realistisch und bruchlos gestalten zu können. Die schulische Berufliche Orientierung zielt darauf ab, möglichst gute Schulabschlüsse zu sichern und realistische Anschlussperspektiven für Berufsausbildung oder Studium zu eröffnen.

Im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ wird die Berufliche Orientierung als schulisches Handlungsfeld auf der Grundlage guter Schulpraxis und bestehender Angebote weiter systematisiert und ausgebaut. Die verbindliche Umsetzung erfolgt seit dem Schuljahr 2012/13 schrittweise an allen allgemeinbildenden Schulen aller Schulformen sowie an den Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen.

 
Vier Handlungsfelder der Landesinitiative

Im nordrhein-westfälischen Ausbildungskonsens haben sich die Landesregierung, die Organisationen der Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Arbeitsverwaltung und die Kommunen zusammengeschlossen. Die regionale Umsetzung erfolgt auf der Ebene der 16 IHK-Bezirke in Zusammenarbeit der zuständigen Partnerorganisationen.

Um die oberste Zielsetzung optimiert erreichen zu können, wurde zur Umsetzung im November 2011 die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ beschlossen, das als wichtigste Handlungsfelder benennt:

  •         Berufliche Orientierung stärken
  •         Angebote im Übergang Schule-Beruf
  •         Attraktivität der dualen Berufsausbildung erhöhen
  •         Kommunale Koordinierung - Aktivitäten vor Ort bündeln.

Mit diesem Angebot einer verbindlichen Ausbildungsperspektive wird den jungen Menschen die Chance auf einen erfolgreichen Start in das Erwerbsleben gegeben. Zum anderen ist die Gewinnung geeigneter Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Ausbildung, auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, entscheidend bei der Sicherung des Fach- und Führungskräftenachwuchses.

Damit dies gelingt, müssen Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig bei der Beruflichen Orientierung, der Berufswahl, dem Erwerb von beruflichen Praxiserfahrungen und beim Eintritt in Ausbildung oder Studium unterstützt werden. Flankiert durch Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung können so unnötige Warteschleifen vermieden werden. Dieser präventive Ansatz steht im Vordergrund der Arbeit. Grundlage und maßgeblich für die Gestaltung die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ sind die Vereinbarungen im Ausbildungskonsens NRW.

Die Umsetzung folgt den Grundsätzen der nachhaltigen Systematisierung, der Steuerung, der Prävention, der Hebung von Potenzialen und des Aufbaus von neuen Kooperationsformen der Akteure. In allen Bereichen bleibt die Zuständigkeit erhalten.

 

Weitere Informationen zur Landesinitiative erhalten Sie hier.

 
Suchen und finden: Ausbildungsbetriebe am Mittleren Niederrhein

Rund 3.000 Ausbildungsbetriebe im Rhein-Kreis Neuss, in Krefeld und Mönchengladbach und dem Kreis Viersen freuen sich über den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern, die sich für eine Duale Ausbildung interessieren. Finden Sie jetzt Ausbildungsbetriebe in Ihrer Nähe und informieren Sie sich über die verschiedenen Ausbildungsberufe über den Ausbildungsatlas der IHK.

https://ausbildungsatlas.ihk-krefeld.de/