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Jubiläumsfilm zeigt den Kampf um Meerbusch (mit Video)

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In einer Filmdukomentation wird der Kampf um Meerbusch in den frühren 1970er Jahren gezeigt.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage freut sich über die filmische Zeitreise anlässlich des 50. Stadtjubliäums. Stadtsprecher Michael Gorgs (r.) und David Burkhardt vom Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Meerbusch haben das WDR-Archivmaterial gesichtet und daraus die Dokumentation über den Kampf Meerbuschs zusammengeschnitten. Foto: Stadt Meerbusch

Vor genau einem Jahr liefen die Vorbereitungen und Planungen für das 50. Stadtjubiläum im Meerbuscher Rathaus auf Hochtouren. Ein Jahr später ist der Geburtstagsstimmung Ernüchterung gewichen. Wegen der immer rasanteren Ausbreitung des Corona-Virus war schnell klar, dass der Großteil der Feierlichkeiten abgesagt werden muss. „Ich war mir aber mit meinem Referat für Öffentlichkeitsarbeit einig, dass wir den Meerbuscherinnen und Meerbuschern zumindest etwas zum Jubiläum bieten müssen“, sagt Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage- und ergänzt: „Meine Mitarbeiter sind im Archiv des WDR fündig geworden und haben eine tolle Dokumentation zusammengestellt“.

Über 30 historischer TV-Beiträge des Westdeutschen Rundfunks in Köln beschäftigten sich tatsächlich mit den Anfangsjahren der noch jungen Stadt Meerbusch. „Wir haben dann eine Vorauswahl getroffen und das Material im Archivhaus des WDR gesichtet“, berichtet David Burkhardt aus dem Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Meerbusch, der selbst viele Jahre für verschiedene TV-Sender gearbeitet und die einzelnen Beiträge zusammengeschnitten hat.

„Besonders interessant war dabei ein Portrait, das wenige Monate nach der Stadtgründung entstanden war“, so Stadtsprecher Michael Gorgs. Denn mit der Gründung Meerbuschs am 1. Januar 1970 stellte der Gesetzgeber auch Forderungen an die junge Kommune, die als Entlastungsstadt für den Großraum Düsseldorfs vorgesehen war. Ein Stadtzentrum zwischen Büderich, Strümp und Osterath war eine davon. Bis zur Jahrtausendwende sollte die Einwohnerzahl Meerbuschs auf 90.000 ansteigen.

„Ich bin froh, dass sich Meerbusch als eine selbstbewusste, attraktive Stadt vor den Toren der Landeshauptstadt entwickelt, und ihren ländlich geprägten Charakter behalten hat. Gleichwohl wurde die Daseinsberechtigung von den umliegenden Großstädten und dem Land Nordrhein-Westfalen bei landesweiten Gebietsreformen früh wieder in Frage gestellt“, so Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage in der Anmoderation zum Film, der den jahrelangen Kampf um die noch junge Stadt Meerbusch dokumentiert.

Bürger, Politik und Verwaltung haben damals an einem Strang gezogen und sich gemeinsam für ihre Stadt eingesetzt. Mehrmals musste sich der Landtag mit der Auflösung Meerbuschs auseinandersetzen. Im Juli 1974 votierten die Abgeordneten per Hammelsprung für die Zerschlagung Meerbuschs. Wegen Formfehlern hat der Verfassungsgerichtshof in Münster allerdings angeordnet, den Beschluss außer Kraft zu setzen.

„Der Film zeigt eindrücklich, das auf und ab der Gefühle der Meerbuscher. Wähnte man sich in Sicherheit, gab es erneut Bestrebungen, die Stadt aufzulösen. Ein jahrelanges hin und her mit glücklichem Ausgang für Meerbusch“, freut sich die Bürgermeisterin. Denn erst am 20. Mai 1976 stimmte der Landtag, mit gerade einmal zwei Stimmen unterschied, für den Fortbestand der Stadt. Auch diese historische Szene ist in dem knapp 30minütigen Film dokumentiert.