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Freude in den Grundschulen: Neue Möbel für Unterricht und Ganztagsbetreuung eingetroffen

600.000 Euro aus dem Infrastruktur-Ausbauprogramm des Bundes und 100.000 Euro aus dem Stadtsäckel ermöglichen die Großaktion

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von links: Holger Wegmann, Stephanie Pieper (Leiterin der Brüder-Grimm-Schule), Bürgermeister Christian Bommers und Therese Kalutza (Leiterin der Mauritus-Schule) freuen sich über das neue Mobiliar. Foto: Stadt Meerbusch

von links: Holger Wegmann, Stephanie Pieper (Leiterin der Brüder-Grimm-Schule), Bürgermeister Christian Bommers und Therese Kalutza (Leiterin der Mauritus-Schule) freuen sich über das neue Mobiliar. Foto: Stadt Meerbusch

Dieses Mammutprogramm kann sich sehen lassen: 95 komplette Klassensätze mit insgesamt 800 neuen Tischen und 1.700 nagelneuen Stühlen hat die Schulverwaltung der Stadt seit dem 16. Dezember an die acht Meerbuscher Grundschulen ausgeliefert. Das neue Mobiliar macht die Klassenräume für den Unterricht und die am Mittag beginnende Betreuung im Offenen Ganztag gleichermaßen flexibel nutzbar. Kostenpunkt: insgesamt 700.000 Euro. 600.000 Euro stammen aus dem so genannten Infrastruktur-Ausbauprogramm OGS des Bundes, 100.000 Euro steuert die Stadt Meerbusch aus eigenen Mitteln bei.

Von Möbelpackern und Sattelschleppern

Zuvor mussten alle Klassenräume innerhalb einer Woche nach und nach ausgeräumt werden. Dann rückten Sattelschlepper und Möbelpacker an. "Die Kinder mussten jeweils für zwei Tage ausquartiert werden, damit die Männer arbeiten konnten", erklärt Holger Wegmann, Abteilungsleiter der Schulverwaltung. Um das vorweihnachtliche Ersatzprogramm kümmerten sich die Lehrerkollegien. Die Klassen besuchten Theater, machten Unternehmungen draußen. Die Mauritius-Schule in Büderich wich ins benachbarte Pfarrheim aus. Mit der Martinus-Grundschule in Strümp und der Adam-Riese-Schule in Büderich endet am Tag vor Heiligabend pünktlich der Möbel-Marathon.

Grau, gelb, rot oder grün - bei der Auswahl von Tischen, Stühlen und Schränken konnten die Schulen je nach Geschmack ihr eigenes Farbkonzept umsetzen. Die Tische - möglich waren Einzel- und Doppelpulte - sind auf Rollen auch für Kinder leicht verschiebbar. Die Stühle für die Jungen und Mädchen sind "mitwachsend" und per Fußpedal problemlos in der Höhe zu verstellen. "Das erleichtert auch unseren Hausmeistern die Arbeit, die bisher immer wieder Möbel je nach Größe der Schüler austauschen mussten", so Wegmann. Beim Wechsel vom Unterrichtsbetrieb in die Ganztagsbetreuung sei jeder Raum schnell umgestaltet.

Hilfe für Eifel-Kommunen

Seit März 2021 hatte Holger Wegmann gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Sarah Majewski die Aktion geplant. Ausschreibung und Vergabe des Großauftrags an Hersteller, Umzugs- und Transportuntehmen, die Gesamtlogistik mit Aus- und Einräumen der Möbel und die Abstimmung der Arbeiten mit den Schulen erforderten Zeit und Durchhaltevermögen. "Die Corona-Pandemie hat unser Projekt natürlich weiter erschwert. Auch der Hersteller hatte angesichts von Materialengpässen massive Probleme mit der Produktion. Aber letztlich hat alles gepasst."

Ein Großteil der ausrangierten Schulmöbel ist noch gut in Schuss und wird ins Flutgebiet nach Bad Neuenahr, Swisttal und Schleiden geliefert. Dort wurden ganze Klassenräume überflutet und Möbel weggeschwemmt; die Kommunen dort sind dringend auf Hilfe angewiesen. Der Transport in die Eifel ist für Anfang Januar geplant.