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Der Grundstein für den Neubau des Stadtarchivs am Erwin-Heerich-Haus ist gelegt (mit Video)

Markanter Kubus für das historische Gedächtnis der Stadt

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Bürgermeister Christian Bommers (links) und Immobilien-Chef Claus Klein legen die traditionelle Bronzepatrone mit Tageszeitungen und Münzen ins Fundament.

Bürgermeister Christian Bommers (links) und Immobilien-Chef Claus Klein legen die traditionelle Bronzepatrone mit Tageszeitungen und Münzen ins Fundament. Foto: Stadt Meerbusch

Am Neusser Feldweg in Osterath-Bovert ist die Baugrube für den Neubau des Stadtarchivs ausgehoben. Gemeinsam mit Claus Klein, Leiter des Städtischen  Immobilienmanagements, legte Bürgermeister Christian Bommers jetzt den Grundstein ins Erdreich. "Ich freue mich, dass das historische Gedächtnis unserer Stadt hier - unmittelbar angedockt an das Erwin-Heerich-Haus - ein neues, angemessenes Zuhause bekommt", so Bommers. Seit 1993 ist das Archiv in einem Seitenflügel der Adam-Riese-Schule an der Karl-Borromäus-Straße in Büderich untergebracht. Weil die Schule wegen steigender Schülerzahlen dringend mehr Platz braucht, wurde der Umzug notwendig.

Bronzequader mit Signalwirkung

Neben den klassischen Lagerbereichen wird der Neubau auf einer Fläche von rund 490 Quadratmetern Platz für die Anlieferung, Säuberung, Sichtung und Digitalisierung neuen Archivguts sowie einen Besucherbereich bieten. Hinzu kommt das Büro des Stadtarchivars. "Wir errichten einen quaderförmigen Baukörper, der sich als eigenständige Form ganz bewusst von der unmittelbar angrenzenden Bebauung absetzt", so Architekt Claus Klein. "Damit wird das städtische Archiv als modernes Informations- und Dokumentationszentrum gut wahrnehmbar sein." Dafür soll auch die bronzefarbene, vorgehängte Verkleidung aus recyceltem Aluminium sorgen. In die Fassade wird  der Schriftzug „Stadtarchiv“ eingearbeitet und von innen beleuchtet.

"Andocken" spart Kosten

Fenster wird es in dem Kubus nur an den jeweiligen Arbeitsplätzen geben. "Wir nehmen die Geschosshöhen des Erwin-Heerich-Hauses auf und können so Rollregalanlagen mit bis zu sieben Lagerebenen einbauen. Wenn wir alle Lagermöglichkeiten ausnutzen, können wir fast dreieinhalb Kilometer Regale anbieten. Das entspricht etwa dem Volumen des heutigen Archivs", erklärt Klein. Das direkte "Andocken" an den Baubestand erspart auch Kosten. Das neue Archiv wird über die technischen Anlagen des Erwin-Heerich-Hauses mit Energie versorgt und mit einer gläsernen "Brücke" verbunden. Das bestehende Treppenhaus mit Aufzug erschließt die oberen Etagen. Sensible Lüftungsgeräte regeln Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Lagerräumen, damit die Dokumente keinen Schaden nehmen. Eine klassische Heizung wird nicht installiert, um eventuelle Risiken durch Rohrbrüche zu vermeiden. Die Personalräume erhalten eine Fußbodenheizung, eine Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach liefert Strom.

Umzugsvorbereitungen in der "Schatzkammer"

Derweil bereitet Stadtarchivar Michael Regenbrecht in Büderich den Umzug seiner "Schatzkammer" vor, die er seit fast 21 Jahren führt und stetig weiterentwickelt hat. "Von der Franzosenzeit über die Preußenzeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts bis heute verfügen wir über eine Vielzahl zum Teil wertvoller Archivalien, die die ganze Fülle des politischen und gesellschaftlichen Lebens bei uns dokumentieren. Damit ist das Stadtarchiv nicht nur Informationszentrum, sondern auch Forschungsstätte für lokale Geschichte und Erlebnisort geworden", sagt der Historiker stolz. Hinzu kommt eine hochinteressante ortsgeschichtliche Sammlung, zu der unter anderem Broschüren, Faltblätter, Plakate oder Festschriften von Vereinen, Verbänden, Kirche oder Schulen gehören. Nachlässe und private Sammlungen namhafter Meerbuscher, die das Archiv erworben, als Schenkung oder als Dauerleihgabe in seinen Bestand aufgenommen hat, füllen etliche Regalmeter. Zeitungen und Zeitungsausschnitte oder auch die beliebte Sammlung historischer Postkarten aus den Vorgängergemeinden erzählen "Geschichte von unten".  

Für den Neubau des Stadtarchivs sind rund 1,35 Millionen Euro veranschlagt, die Bauzeit soll etwa neun Monate betragen.