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Corona-Virus: Erster Infektionsfall im Rhein-Kreis Neuss / Aktuell sechs Meerbuscher in häuslicher Quarantäne

Robert-Koch-Institut schätzt Infektionsgefahr in Deutschland "mäßig" ein

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Die städtischen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus wurden am Wochenende nochmals verschärft. Foto: getty images

Die städtischen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus wurden am Wochenende nochmals verschärft. Foto: getty images

Auch im Rhein-Kreis Neuss gibt es nun den ersten bestätigten Corona-Infektionsfall: Betroffen ist ein 49-jähriger Mann aus Neuss-Norf. Er wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern bis zum 17. März unter häusliche Quarantäne gestellt. Insgesamt befinden sich 34 Menschen im Kreisgebiet aufgrund eines Kontaktes mit einer infizierten Person auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes in Quarantäne. Sechs von ihnen kommen aus Meerbusch.

Was in der Quarantäne geschieht

Im Rahmen der häuslichen Quarantäne sind die Betroffenen angewiesen, Haus oder Wohnung nicht zu verlassen, Kontakte zu anderen Personen zu vermeiden und sorgfältige Händehygiene durchzuführen. Außerdem muss zweimal täglich die Körpertemperatur gemessen und ein Tagebuch zu Symptomen und Befinden geführt werden. Das Gesundheitsamt meldet sich dort täglich telefonisch.

Die Behörden raten derweil zur Besonnenheit: "Es besteht für die Menschen im Rhein-Kreis Neuss weiter kein Grund zur Angst. Für gesunde Menschen ist eine Infektion in der Regel nicht gefährlich und hat einen ähnlichen Verlauf wie eine Grippe", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.  "Das gut strukturierte und ruhige Handeln aller Beteiligten hat gezeigt, dass wir gut vorbereitet sind", so der Landrat.

Marc Zellerhoff hat als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Kreis Neuss ebenso wie seine Mitarbeiter täglich mit Fragen rund um Corona zu tun. Auch er rät zur Ruhe und Vorsicht. "Panik ist absolut nicht angebracht", sagt der Mediziner. "Das Virus Covid-19 ist zwar eine ernstzunehmende Erkrankung, jedoch mit anderen Grippeerkrankungen vergleichbar." Das Risiko, sich anzustecken, sei weitaus geringer als landläufig vermutet. Ein ausführliches Interview mit Marc Zellerhof dazu finden Sie hier.

Das Robert-Koch-Institut, nach dessen Vorgaben sich alle Maßnahmen des Gesundheitsamtes richten,  schätzt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland weiter als mäßig ein, obwohl mit weiteren Infektionsfällen gerechnet wird.

Zuerst beim Arzt anrufen

Sollten Erkrankte Symptome des Coronavirus bemerken, rät das Kreis-Gesundheitsamt, als Vorsichtsmaßnahme den Hausarzt anzurufen und möglichst Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden, bis eine Klärung über eine Infektion herbeigeführt ist und dann notwendige Maßnahmen getroffen werden können. Zu den Symptomen des Coronavirus zählen Erkältungssymptome jeder Schwere, starker Husten, Fieber und Atemnot. Diese Symptome könnten allerdings auch durch die Grippe ausgelöst werden.

Für wichtige Fragen hat der Rhein-Kreis Neuss die Hotline 02181/601-7777  eingerichtet. Die Nummer ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr erreichbar.

Umfangreiche Informationen zum Coronavirus finden sich auf der

Homepage des Robert-Koch-Institutes.