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Bruno Elmpt gestorben: Mann des politischen Ausgleichs und Wegbereiter der Stadtgründung

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Bruno Elmpt gilt als Wegbereiter der Stadtgründung und fungierte 1970 bis zur Konstituierung des ersten Meerbuscher Stadtparlaments als Ratsbeauftragter. Foto: Stadtarchiv

Bruno Elmpt gilt als Wegbereiter der Stadtgründung und fungierte 1970 bis zur Konstituierung des ersten Meerbuscher Stadtparlaments als Ratsbeauftragter. Foto: Stadtarchiv

Bruno Elmpt, einer der Wegbereiter der Meerbuscher Stadtgründung, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Über Parteigrenzen hinaus galt Elmpt als besonnener politischer Ratgeber, kluger Vermittler und Mann des Ausgleichs. Als stellvertretender Osterather Bürgermeister und Mitglied des Kreistages Kempen-Krefeld witterte der Sozialdemokrat schon in den frühen 1960er Jahren die drohende Gefahr einer Eingemeindung der damals selbständigen Gemeinden Büderich und Osterath sowie des Amtes Lank nach Düsseldorf und Krefeld. Um dem Zugriff der großen Nachbarn früh zuvorzukommen, stieß er erste Gespräche über einen Zusammenschluss an.

Bruno Elmpt und Franz Schütz

Seine Pläne gingen auf, im damaligen Bürgermeister von Büderich und heutigen Meerbuscher Ehrenbürger Franz Schütz, fand Elmpt einen kongenialen Partner - im Jahr 1970 gelang die Stadtgründung tatsächlich – sehr zum Verdruss einiger politischer Gegner in Düsseldorf und Krefeld. Wenig später erkrankte Franz Schütz schwer,  bis zur Konstituierung des ersten Stadtrates übernahm Bruno Elmpt von ihm die Aufgabe des Ratsbeauftragten der gerade neu gegründeten Stadt Meerbusch. Dann brachte er sich aktiv ins politische Geschehen ein, um die ersten Planungsschritte mitzugestalten.

Elmpt galt stets als Freidenker und absoluter Kenner der Materie. Im Rahmen eines Seminars „Stadtplanung“ der Volkshochschule Osterath und später als Mitglied der „Strategischen Gruppe“ entwarf er zukunftsweisende Planungsleitbilder für die Entwicklung Meerbuschs. Um eine möglichst große Identifikation der Einwohnerschaft mit der neuen Stadt zu ereichen, setzte  sich Elmpt im Rahmen der ersten Planungsschritte für eine offensive Bürgerbeteiligung ein.

Hoch ausgezeichneter Fachmann

„Auf der Basis seines in allen Fraktionen geschätzten planerischen Sachverstandes hat Herr Elmpt einen wesentlichen Beitrag für die Gestaltung der jungen Stadt Meerbusch geleistet. Er hat erheblichen Anteil daran, dass diese Aufgaben mit großem Schwung angegangen und in breitem Konsens vom gesamten Rat getragen wurden“, schrieb Meerbuschs erster Stadtdirektor Edgar Sonnenschein in seiner Begründung zur Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, das Bruno Elmpt im Jahr 1982 erhielt. Im Jahr 2016 wurde der damals 90-Jährige für seine Verdienste um die Sozialdemokratie mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet.