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Neue Feuer- und Rettungswache für Meerbusch

Für noch besseren Brandschutz in den Stadtteilen

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Der neue Standort der Feuer- und Rettungswache an der Moerser Straße zwischen Büderich und Strümp

Der neue Standort der Feuer- und Rettungswache (rot markiert) an der Moerser Straße. Rechts daneben liegen die "Alte Ziegelei" und der Park & Ride-Parkplatz "Haus Meer". Foto: Rhein-Kreis Neuss, Kataster- und Vermessungsamt

Meerbusch bekommt eine neue Feuer- und Rettungswache. Den Weg dafür frei gemacht hat nach einer Sitzung des Sonderausschusses „Zukunft der Feuerwehr“ am Dienstag, 11. Februar, nun auch der Meerbuscher Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag, 13. Februar. Nach intensiven und kontroversen Diskussionen stimmte letztlich eine Mehrheit der Ratsmitglieder für einen entsprechenden Grundstückserwerb, nördlich des Park & Ride Parkplatzes „Haus Meer“ und der „Alten Ziegelei“. Das rund 15.000 Quadratmeter große Areal liegt annähernd in der geografischen Mitte der Stadt Meerbusch, direkt an der Moerser Straße zwischen den Stadtteilen Büderich und Strümp. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, dauert es aber noch. Zunächst müssen der Flächennutzungsplan geändert und der Bebauungsplan aufgestellt werden.

„Es gibt Hilfsfristen entsprechend dem aktuellen Brandschutzbedarfsplan, die wir als Feuerwehr einhalten müssen. So müssen erste Einsatzkräfte innerhalb von 8 Minuten den Brandort erreichen, um eine mögliche Menschenrettung noch rechtzeitig durchführen zu können“, so Tim Söhnchen, Stellvertretender Wehrleiter der Meerbuscher Feuerwehr. Der neue Standort wäre demnach am besten geeignet, um diese Hilfsfristen möglichst flächendeckend zu erzielen.

Für eine Erreichbarkeitsanalyse hat sich die Wehr externe Unterstützung ins Boot geholt. Volker Gaal, Experte für Baugrundanalyse und Geophysik, ermittelte mit einer speziellen Software, wie viele Einsatzorte in der vorgegebenen Frist erreicht werden können. Dazu wurden die tatsächlichen Einsätze der Meerbuscher Feuerwehr der vergangenen zehn Jahre in das System eingepflegt. „Es wurde dann geschaut, wie viele Einsatzorte innerhalb von acht Minuten vom neuen Standort an der Moerser Straße hätten erreicht werden können. Von insgesamt 1648 Einsätzen wären es immerhin 1354 gewesen“, so Gaal.

Damit wird auch ein klarer Standortvorteil im Vergleich zur jetzigen Hauptwache an der Insterburger Straße deutlich. „Dort hätte die Feuerwehr nur 730 der 1354 Einsatzstellen rechtzeitig erreicht. Besonders die Mitte Büderichs sowie der Süden des Stadtteils, Lank-Latum und die Rheingemeinden liegen außerhalb des Radius“. Berücksichtigung findet in der Analyse nur die Fahrzeit von der Hauptwache aus, in der Realität stehen zusätzlich die einzelnen Löschzüge und Gerätehäuser in den Stadtteilen zur Verfügung.

Auch die Zahl der Einwohner, die durch die Wachen abgedeckt werden, machen den Unterschied deutlich. Während vom neuen Standort rund 48.330 Einwohner erreicht werden, sind es von der Insterburger Straße aus nur knapp 24.000- von insgesamt 58.420.

Neben der schlechteren Erreichbarkeit gibt es an der Insterburger Straße aber noch ein ganz anderes Problem: das Gebäude ist deutlich in die Jahre gekommen und für den Fuhrpark und die Besatzung der Wache deutlich zu klein. War das Haus, dass 1984 errichtet wurde, ursprünglich nur für einen Drehleiterwagen und zwei Hauptamtliche Kräfte konzipiert, befinden sich dort mittlerweile sechs Fahrzeuge, das Mehrzweckboot „Franziska“ und während einer Schicht bis zu sechs Wehrleute.

Personell ist die Freiwillige Feuerwehr in Meerbusch gut aufgestellt. Insgesamt sind 19 hauptamtliche und rund 240 ehrenamtliche Kräfte sind im Stadtgebiet im Einsatz.

Und auch zukünftig steht die Feuerwehr vor zunehmenden Herausforderungen: Schärfere gesetzliche Vorgaben, sich häufende Wetterextreme und neue technische Entwicklungen, wie Photovoltaikanlagen auf Dächern, Isolierungen von Hauswänden oder Lithium-Ionen-Akkus in Elektroautos, stellen die Wehr vor Probleme. Zuletzt ist auch die Zahl der Einsätze im Meerbuscher Stadtgebiet stetig gestiegen.
Neben den Einsätzen in den einzelnen Stadtteilen ist die Feuerwehr Meerbusch zusätzlich für die Autobahnen, den Rhein, sowie die Zug- und Rheinbahntrasse innerhalb des Stadtgebiets zuständig.

Mit der Festlegung des neuen Standortes und des damit verbundenen Grundstückerwerbs kann auch ein bereits beauftragtes Planungsbüro seine Arbeit aufnehmen. Insgesamt sind für den Neubau und die Planungskosten rund 12 Millionen Euro vorgesehen. Neben der Feuerwache wird am neuen Standort auch die Rettungswache des Rhein-Kreis Neuss untergebracht, die entsprechende Räumlichkeiten anmieten wird. Die Bezirksregierung hatte im Rahmen einer Voranfrage bereits grünes Licht gegeben. Auch die daraufhin geführten Gespräche mit dem jetzigen Eigentümer des Areals konnten mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden.

Zusätzlich zur neuen Hauptwache sind im Haushalt vier Millionen Euro für das Gerätehaus des Löschzug Osterath vorgesehen. Auch hier sind die jetzigen Räumlichkeiten zu klein und veraltet.