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Jetzt mitmachen beim ersten Väterchen-Frost-Schreibwettbewerb

Mischka - eine Bärengeschichte vom westlichen Ural

Veröffentlicht am:

© Barbara Wylon

Wir laden ein: Erster Väterchen-Frost-Schreibwettbewerb 2021
VHS Meerbusch mit freundlicher Unterstützung des Meerbuscher Kulturkreises

(zum weiterlesen bitte hier klicken).

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der vhs Meerbusch,

aufgrund der Kontakteinschränkungen werden wir auch in den kommenden Wochen viel Zeit zuhause verbringen. Und deshalb laden wir alle, die jetzt Lust haben, sich kreativ zu betätigen und zu schreiben, ganz herzlich ein, sich am ersten Väterchen-Frost-Schreibwettbewerb 2021 der VHS Meerbusch mit freundlicher Unterstützung des Meerbuscher Kulturkreises zu beteiligen.
Angesprochen sind alle, die gerne schreiben. Mitmachen kann jedes Alter ab 12 Jahren.

Aufgabe: Sie finden im weiteren Verlauf den Anfang einer Geschichte, die sich auf ihre Weise mit dem Thema Angst auseinandersetzt. Ihre Aufgabe wäre es, für die Geschichte einen außergewöhnlichen und spannenden weiteren Verlauf bzw. Schluss zu entwerfen. Ganz bewusst ist das Schreibprojekt für alle Altersstufen geöffnet. Eine von einer Jury getroffene Auswahl der eingegangenen Texte wird von der VHS in einem Sammelband zusammengefasst und über die Stadt Meerbusch gedruckt.

Was sind die Bedingungen für Ihre/deine Teilnahme?
Die Texte müssen in digitaler Form eingereicht werden, entweder direkt in der Mail oder als angehängtes Word-Dokument (PDF oder docx). Die Textlänge sollte ein Volumen von 2 DIN-A4-Seiten nicht überschreiten. Schriftart: Arial, Schriftgröße 12. Jeder Text muss mit Namen, Anschrift, E-Mail und telefonischer Erreichbarkeit sowie mit dem Alter versehen sein. Verschickt wird er an:
volkshochschule@meerbusch.de     Betreff: Mischka

Insgesamt gibt es bei der Bewertung drei Altersgruppen: I School (12 - 17 Jahre); II Erwachsene (18 - 64 Jahre); III Senioren (65+).
Die Texte werden unter folgendem Aspekt gelesen: Originalität der weiteren Handlung, Aufbau von Spannung und Erzählstil, Abwechslungsreichtum in der Wortwahl, Beschreibung und Schaffung von Stimmung.
Mit der Teilnahme am Wettbewerb stimmen die Autorinnen und Autoren einer Veröffentlichung ihres Textes in dem von der VHS Meerbusch erstellten Sammelband zu und verzichten dabei auf Ansprüche jeglicher Form.
Eine vierköpfige Jury wird nach ihrem Ermessen die Textauswahl für den Sammelband vorschlagen. Für ganz besondere Texte gibt es darüber hinaus vom Meerbuscher Kulturkreis gesponserte Buchpreise. Für alle, die in der Klasse „School“ starten, auch eine Urkunde. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mitglieder der Jury sind: die Meerbuscher Künstlerin und Autorin Eri Krippner, die Autorin und erfahrene Jurorin zahlreicher Schreibwettbewerbe Astrid Krömer, der Münchner Journalist und Reporter Horst Engelbach sowie VHS-Leiterin und Buchautorin Béatrice Delassalle-Wischert.
Illustriert wird der Sammelband von der Meerbuscher Künstlerin Barbara Wylon.
Veröffentlichung des Bandes und Bekanntgabe der Gewinner: Ende April 2021.

Eingeladen zum Mitmachen sind explizit auch Nicht-Meerbuscherinnen und -Meerbuscher!

Sehr geehrte Damen und Herren, vielleicht wäre die Projektteilnahme ja auch etwas für Ihre Kinder oder Enkel? Wir freuen uns auf alle, die dabei sind. Unser Motto: Mitmachen ist alles!
Abgabetermin ist Aschermittwoch, der 17. Februar 2021, 12.00 Uhr.
Noch Fragen? Wir informieren gerne: volkshochschule@meerbusch.de oder
02159 916-500/519.

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Väterchen-Frost-Schreibwettbewerb 2021
Mischka - eine Bärengeschichte vom westlichen Ural
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Ganz weit draußen, weit hinter der Stadt Perm und fast am Horizont, wohnte in der Gegend des westlichen Urals in Russlands unendlichen Weiten ein Bär. Sein Name war Mischka und sein Zuhause eine trüb-dämmrige Höhle, in der er sich fast den ganzen lieben langen Tag verkroch. Denn Mischka war auf seine ganz besondere Art auch so etwas wie ein „Problembär".
Er fürchtete sich von früh bis spät: vor anderen Bären, die vielleicht größer oder bestimmt schlauer waren als er, vor anderen Tieren, wie Elchen, großen Vögeln – ja, selbst vor den kleinen, aber flink-dreisten Mäusen hatte er größten Respekt.
Ganz besonders auch vor Menschen, die sich aber nur von Zeit zu Zeit in diese Ecke des Landes verirrten und die er dann durch besonders laute und irritierende Geräusche oder durch den Versuch, eine äußerst grimmige Miene aufzusetzen, schnell in die Flucht schlug.
Im Verlauf dieses recht frischen Februartages hatte Väterchen Frost die Landschaft mit glitzerndem Eisstaub überzogen. Es war mittlerweile richtig kalt und seine Futtervorräte waren, wie er feststellen musste, wieder einmal fast zur Neige.
Das war ein Problem. Eine echte Herausforderung. Jedes Mal aufs Neue.
Denn damit stand das Verlassen der Höhle wieder an ­– und damit drohte Gefahr, Gefahr, Gefahr! Mischka widerstand seinem Verlangen, sich umgehend nach neuem Futter umzuschauen, verbrachte eine recht unangenehme Nacht. Sein Magen knurrte sehr, und am nächsten Mittag, als die Sonne fahl auf die kleine Lichtung vor seinem Rückzugsort fiel, war klar: er musste hinaus. Es war unvermeidbar. Er musste den einzigen Ort, an dem er sich einigermaßen sicher fühlte, verlassen, er musste sich fremden Blicken aussetzen, war ungeschützt, angreifbar – den Gefahren der Welt ausgeliefert!
Die Angst war etwas, das Mischka permanent begleitete. Nicht, dass es Anlass dazu gegeben hätte. Nein, noch nie war ihm etwas wirklich Schreckliches zugestoßen. Aber, was nicht war, könnte ja noch werden. Und so begleitete ihn diese Angst wie ein nicht abzustoßender Schatten. Tag für Tag, Jahr um Jahr.
Nach eineinhalb Stunden erfolgreichen Streifzugs durch den Wald hatte sich Mischka doch mit reichlich Proviant versorgt und kehrte nun zügigen Schrittes zu seiner Höhle zurück. Doch was war das? Spuren vor dem Eingang! Spuren, die ihm bekannt vorkamen. Spuren eines Bären!
Mischka hielt die Luft an. Zögerte. Doch schon war er entdeckt. Und die rauchige Stimme einer schemenhaft im Zwielicht auftauchenden, struppigen Gestalt, eine Stimme, der es an Volumen nicht fehlte, rief: „ICH!! wohne jetzt hier, kein Platz vorhanden!"
Mischka verschlug es die Sprache. Das hatte es noch nie gegeben! Er versuchte, erfolglos, im Dunkel der Höhle etwas zu erkennen, schluckte, nahm seinen ganzen Bärenmut zusammen und rief gepresst zurück: „Hallo?? - - - Das hier ist meine Höhle! Zieh weiter, du - - - Ungetüm!!? - - -"
Doch der Höhlenbesetzer schien resistent. Brutal kam es zurück: „NIEmals! Verzieh dich, du Wicht!".
Dichtes Schneegestöber hatte mittlerweile eingesetzt, und der Mantel der Nacht fiel leise.
 
(in Anlehnung an „Die Angstkatze" von Robert Gernhardt)
© vhs Meerbusch, Béatrice Delassalle-Wischert


Jetzt sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß beim Schreiben!

Ihre
Béatrice Delassalle-Wischert mit allen an der Organisation des Wettbewerbs Beteiligten