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Wettbewerb "MEERkunst"

Kunstwettbewerb „Meerkunst“ – Sieger stehen fest

Die Entwürfe der Künstlerinnen und Künstler von der Jury- bestehend aus Vertretern des Kulturausschusses- begutachtet.

Die Entwürfe der Künstlerinnen und Künstler von der Jury- bestehend aus Vertretern des Kulturausschusses- begutachtet. Foto: Stadt Meerbusch

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland künstlerisch umzusetzen, war das Ziel des Kunstprojektes „Meerkunst“. Auf Initiative des Kulturausschusses hatte die Stadt Meerbusch im Frühjahr Künstlerinnen und Künstler aus Meerbusch aufgerufen, in den Sparten Bildhauerei und Malerei Ideen zum Thema einzureichen. Wichtig war dabei auch, Bildende Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ende Juni wurden die Entwürfe der Künstlerinnen und Künstler von der Jury- bestehend aus Vertretern des Kulturausschusses- begutachtet. Nun stehen die Sieger fest.

Kunstwettbewerb "MEERkunst" - Sparte Malerei

Den ersten Platz in der Sparte "Malerei" belegt der Entwurf von Erika Danes.

Den ersten Platz in der Sparte "Malerei" belegt der Entwurf von Erika Danes.

In der Sparte Malerei wurde dieses mal eine Gewinnerin gekürt. Das Bild wird auf „CityLight“-Plakaten gedruckt und im gesamten Stadtgebiet an den Plakatflächen der Bushaltestellen gezeigt.

Den ersten Platz belegt der Entwurf von Erika Danes. Sie ist eine etablierte Meerbuscher Künstlerin. Erika Danes konnte Jüdisches Leben, Rituale, Symbole ansatzweise, in Jerusalem während einer Exkursion mit der Kamera festhalten. So erklärt sie zu ihrem Entwurf: "So stelle ich mir auch das jüdische Leben nicht nur in Israel, sondern auch in Deutschland, und weltweit vor. Der Grund, warum ich mich mit diesen Fotos für die Plakataktion beworben habe."

Skulpturenwettbewerb

In der Sparte Bildhauerei hat Michaela Kura mit der Skulptur „Dreidel“ gewonnen.

In der Sparte Bildhauerei hat Michaela Kura mit der Skulptur „Dreidel“ gewonnen.

In der Sparte Bildhauerei hat Michaela Kura mit der Skulptur „Dreidel“ gewonnen. Sie soll circa zwei Meter hoch werden.

So erklärt Michaela Kura ihren Entwurf wie folgt: "Ein Dreidel ist ein Kreisel mit vier Seiten, der als traditionsreiches Spielzeug von europäisch-jüdischen Kindern während des achttägigen Chanukka-Festes gedreht wird. Auf den vier Seiten des Dreidels befinden sich die hebräischen Buchstaben נ (Nun), ג (Gimel), ה (He) und ש (Schin). Sie stehen stellvertretend für den Satz „Ein großes Wunder geschah hier (bzw. dort)“ und sind mit Spielaktionen verbunden. Kreisel zählen archäologischen Funden zufolge weltweit zu den ältesten Spielzeugen, sind aber auch für die technische Entwicklung (z.B. als Stabilisator, Navigationsinstrument und Energiespeicher) von immenser Bedeutung. Der Legende nach nutzten jüdische Kinder den Dreidel, um unter der Herrschaft der Seleukiden im 2. Jh. v. Chr mit vorgetäuschtem Spiel von eigentlicher Religionsausübung abzulenken. Tatsächlich aber scheint das Dreidelspiel jüngeren Datums und auf ein deutsches Kinderspiel mit der Bezeichnung „Toton“ zurückzuführen zu sein. Bereits 1560 auf dem Gemälde „Die Kinderspiele“ von Pieter Brueghel festgehalten, ist das Kreiselspiel heute weitestgehend aus dem europäischen Stadtbild verschwunden. Der diesjährige Skulpturen-Wettbewerb ist ein idealer Anlass, an den Dreidel als altes Kulturgut zu erinnern und die europäisch-jüdische Tradition neu aufleben zu lassen. Auch ist der Standort aufgrund der Nähe zu Grundschule und Kindertagesstätte perfekt geeignet, ein vergessenes Spielzeug wieder erlebbar zu machen. Die Dreidel-Skulptur soll in der Mitte verankert werden, dem Spiel entsprechend drehbar sein und so zur Interaktion einladen. Die Farbgestaltung ist an die Erdkugel angelehnt, die auf die weltumspan-nende Verbreitung des Kreisels verweist. Das Blau („Techelet“) erinnert an die Weite des Himmels und die Tiefe des Meeres, steht für Ruhe, Vertrauen, Sicherheit, Heiligkeit und Göttlichkeit. Die Farbe Blau verbindet durch ihre Symbolkraft und wird mit den Schriftzeichen komplementär ergänzt. Neben den hebräischen Buchstaben sollen die Spielaktionen auf der Skulptur auch in deutscher Sprache zu lesen und eine Markierung für Spielstart und -ende im Boden eingelassen sein. Anlässlich des Lichterfestes, das in diesem Jahr vom 28.11. bis zum 5.12. gefeiert wird, soll der Dreidel nach Sonnenuntergang für mindestens eine halbe Stunde lang durch LED-Leuchten angestrahlt werden. Dabei wird täglich ein weiteres Licht angeschaltet bis am achten Tag alle acht LEDs leuchten. Auf diese Weise kann die Skulptur nicht nur Licht ins Abenddunkel, sondern auch in bislang unbekanntes bzw. vergessenes Brauchtum bringen. Der Dreidel ist als Kunstwerk zum Anfassen konzipiert, um Vorbehalte und Berührungsängste hinsichtlich des Judentums „auf spielerische Weise“ abzubauen und zu zeigen, dass uns vielleicht mehr verbindet als uns trennt…"


Ansprechpartner

Erkens, Miriam
Tel.: 02159 - 916 238 E-Mail: miriam.erkens@meerbusch.de