Foto: Stadt Meerbusch - © Leon Kneffel
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Wenn Essen zum Kunstobjekt wird: Ausstellung „Augenschmaus“ ab 1. März in der Teloy-Mühle


 „Augenschmaus“ heißt der vielversprechende Titel der neuen Ausstellung, die die Stadt Meerbusch ab Sonntag, 1. März, im Rahmen ihrer Reihe „MeerbuschKunst“ in der Teloy-Mühle präsentiert. Bis einschließlich Sonntag, 15. März, dreht sich im Mühlenrund an der Kemperallee in Lank-Latum alles ums Essen in der zeitgenössischen Kunst. Kurator Bernd R. Meyer, der die Werkschau im Auftrag der Stadt zusammengestellt hat, gerät unweigerlich ins Schwärmen, wenn er die Arbeiten der 32 mitwirkenden Künstlerinnen und Künstler vorstellt. „Auf der Suche nach Werken, die zum Thema passen, wurde mir erst richtig klar, wie vielfältig das Motiv Essen und Trinken in den vergangenen 100 Jahren künstlerisch umgesetzt worden ist.“ Entsprechend groß sei die Bandbreite der Ausstellung – „ohne, dass etwas Triviales dabei ist“.

Von der überdimensionalen Schokoladentafel in Silberpapier aus der Hand des 92-jährigen Klaus Heuermann über die brennenden Früchte von Leon Kneffel bis zu den durchwachsenen „american steaks“ von Ford Beckman reicht die spannende Palette der Arbeiten. Eines haben alle gemeinsam: Sie setzen vermeintlich banale Nahrungsmittel künstlerisch ganz neu ins Licht. Ein fetter Hamburger - eine Leihgabe aus der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Uni Köln -  steht quasi als Fastfood-Mahnmal mitten im äußeren Gang des Mühlenrundes. 

Die Arbeiten entdeckte Bernd Meyer großenteils bei seiner umfassenden Recherche für die Ausstellung, andere haben die beteiligten Künstler eigens für den „Augenschmaus“ in Meerbusch erstellt. So auch Klaus Sievers: Mit seinem Marmeladenbrot (Öl auf Leinwand) lässt der Düsseldorfer das Wasser im Mund des Betrachters zusammenlaufen. Eine knackig-rote Sauerkirsche, eine Mandarinenspalte oder eine glasurglänzende Erdbeerschnitte inszeniert Siewers als Stillleben neu. 

Älteren Datums ist ein Ausstellungsstück, das aus Joseph Beuys‘ Werkreihe „Wirtschaftswerte“ stammt: Ein leicht angegilbter Weinkarton mit sechs Flaschen Montepulciano D’Abruzzo und Beuys‘ Unterschrift wartet in einer Glasvitrine auf interessierte Betrachter. Landestypische Brote in verschiedensten Formen hat Objektkünstler Ernst Hesse von seinen Reisen aus aller Welt mitgebracht.

Neben der Vernissage am Sonntag, 1. März, 11 Uhr, ist ein wunderbar passender Vortrag zu empfehlen: Am Dienstag, 3. März, 18 Uhr, spricht Saskia Bos, Tochter des Delikatessen-Großhändlers und „Trüffel-Papstes“ Ralf Bos, in der Mühle zum Thema „Die Kunst des Essens“. Wer dabei sein möchte, sollte sich alsbald in der städtischen Kulturverwaltung per E-Mail an alexander.ruth(at)meerbusch.de anmelden. 

Zwei Kuratorenführungen mit Bernd Meyer gibt es am Mittwoch, 4. März, und am Mittwoch, 11. März, jeweils um 18 Uhr. Vortag und Führungen sind kostenlos. Die Ausstellung ist mittwochs bis samstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. 

(Navi -Adresse: Kemperallee 10)