Bergminze, Sonnenhut, Salbei, Echinazea, Segge - Jungen und Mädchen der Brüder-Grimm- und der Mauritius-Grundschule haben jetzt für frisches Grün an den “Stadtterrassen” auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz gesorgt. Peter Schoppe-Tscheschlogg, stellvertretender Leiter des städtischen Fachbereichs Grünflächen (Foto), weihte die Kinder vorab in die Besonderheiten der ausgewählten Pflanzen ein und erklärte, was beim fachgerechten Einsetzen zu beachten ist. Und einige wussten auch schon ganz gut Bescheid: am besten morgens oder abends und nicht in praller Mittagssonne gießen, Wurzeln vor dem Pflanzen lockern, zarte Stiele vorsichtig behandeln. “Echinazea - oder auch Sonnenhut genannt - war schon bei den Indianern als schmerzlindernd bekannt”, so Schoppe-Tscheschlogg. “Gleiches gilt für den Salbei, der als wertvolle Zutat unter anderem in Lutschtabletten gegen Halsweh hilft.”
Jetzt sind alle gespannt, wie sich die jungen Pflanzen - trotz der aktuell heißen Temperaturen - entwickeln. Alle kommen von Natur aus gut mit Hitze und Trockenheit zurecht, genügend Wasser aber brauchen sie selbstverständlich trotzdem. Deshalb werden die Pflanzkästen ab sofort in Gemeinschaftsarbeit gegossen: Schulhausmeister, Stadtgärtner und auch die Kinder selbst wollen sich ums Wohlergehen kümmern.
Die so genannten “Stadtterrassen”, hölzernes Stadtmobiliar mit Sitzgruppen, Bänken, Podesten und Pflanzkästen wird vom „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ (ZNM) an Städte und Gemeinden im Land verliehen. Das zeitlich begrenzte Verkehrsexperiment soll mit vergleichsweise einfachen Mitteln zeigen, wie man an Straßen und auf öffentlichen Plätzen mehr Aufenthaltsqualität schaffen kann. Um den betroffenen Bereich etwas zu beruhigen, wurde eine Parkplatzdurchfahrt an der alten Stadtkämmerei mit Pflanzkübeln geschlossen, sechs Parkplätze fallen vorübergehend weg. Auch die großen mobilen Baumkübel, die im Zuge der Kirmes vom Platz auf die Büdericher Allee versetzt worden waren, sind zurückgekehrt.
Der Grundsatz der Aktion, die die Stabsstelle Klimaschutz und Umwelt der Stadtverwaltung nach Meerbusch geholt hat, lautet: „Einfach mal ausprobieren statt lange zu diskutieren“. Auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz werden die Elemente nun bis einschließlich 22. Juli stehen und können frei genutzt werden. Geplant sind vor Ort auch Aktionen und Info-Treffs rund um Themen wie Stadtgestaltung oder nachhaltige Mobilität. Info-Tafeln klären Passanten über Sinn und Zweck der Aktion und über die Arbeit des „Zukunftsnetzes Mobilität NRW“ auf. Nach Ende der Aktion ziehen die dann “heimatlosen” Pflanzen in städtische Staudenbeete um.
Denise Pottkämper, Mobilitätsmanagerin der Stadtverwaltung, ist gespannt, wie die Aktion ankommt. "Die nächsten gut vier Wochen sind ein Versuch. Wir wollen sehen, wie die Idee wirkt und mit den Menschen locker ins Gespräch kommen." Die Voraussetzungen für ein entspanntes Päuschen auf dem Platz sind jedenfalls gut, die Meteorologen sagen sommerliches Wetter voraus.
