Der Meerbuscher Stadtrat hat den weiteren Weg für die Entwicklung des Baugebiets „Kalverdonk“ im Stadtteil Osterath geebnet. Die Verwaltung wird nun in Zusammenarbeit mit der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN den Siegerentwurf weiter ausarbeiten und den Einstieg in das Bauleitplanverfahren vorbereiten.
Der Anfang 2023 gestartete städtebauliche Wettbewerb zur Baulandentwicklung Kalverdonk endete im August 2023 zunächst mit zwei Siegern. Es teilten sich zwei Arbeiten den zweiten Platz. Im anschließenden formal vorgesehenen Verhandlungsverfahren konnte die Gemeinschaftsarbeit der Architekten und Stadtplaner „Schaller“ sowie „Stefan Schmitz“, den Landschaftsarchitekten „urbanegestalt“ sowie dem Ingenieurbüro „Schüßler-Plan“ schlussendlich das Verfahren für sich entscheiden.
Die Bürogemeinschaft hatte ein zukunftsorientiertes Konzept vorgelegt, das hohe Lebensqualität durch autofreie Quartiere, großzügige Grünflächen sowie vielfältige Nutzungsmöglichkeiten entlang öffentlicher Straßenräume und Plätze schafft. „Der Bedarf nach Wohnraum in Meerbusch ist groß – insbesondere in Osterath, dem Stadtteil mit dem größten Entwicklungspotential in den kommenden Jahren. Das nun vorliegende Konzept des Siegerentwurfs setzt insbesondere in Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit Maßstäbe und bildet ein gutes Beispiel zukunftweisender städtebaulicher Entwicklung ab“, so Bürgermeister Christian Bommers.
Der siegreiche Entwurf legt besonderen Wert auf die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und setzt stattdessen auf die Förderung alternativer Mobilitätsformen. Ein zentraler Bestandteil sind hier die geplanten „Mobilitätshubs“. Diese werden nicht nur als Parkplätze dienen, sondern auch als Knotenpunkte für den öffentlichen Nahverkehr und Sharing-Angebote wie E-Bikes fungieren. Zusätzlich wird durch die Schaffung von Parks, Spielplätzen und Erholungsflächen eine hohe Lebensqualität geschaffen, welche nicht nur der Erholung dient, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur städtischen Biodiversität und zum Klimaschutz leistet, indem sie zur Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser beiträgt.
Um den steigenden Bedarf an Wohnraum effizient zu decken und gleichzeitig den vorhandenen Landschaftsraum zu schonen, wird eine dichte Bebauung mit einer vielfältigen Mischung aus Wohn-, Gewerbe- und sozialen Einrichtungen vorgesehen. Die Konzeption autofreier Quartiere und lebendiger "Lebensadern" – also öffentliche Straßen und Plätze - zielt darauf ab, eine sichere und angenehme Umgebung für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, die zugleich soziale Interaktion fördert. Der Entwurf sieht den Bau von maximal 900 Wohneinheiten vor. Inwieweit diese umgesetzt werden können und wo Anpassungen erforderlich sein werden, wird in der weiteren Planung zu prüfen sein.
Das weitere Vorgehen sieht eine stufenweise Entwicklung vor, die eine flexible Anpassung der Planung an sich ändernde Bedingungen und Bedürfnisse ermöglicht. Die Stadtverwaltung Meerbusch wird diese Planungsschritte in enger Abstimmung mit NRW.URBAN koordinieren. Die intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die bereits im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens begonnen hat und unter anderem eine „Schlüssellochveranstaltung“ - die in der Regel in Wettbewerbsverfahren nicht vorgesehen ist – vorsah, wird fortgesetzt.
Da zum Zeitpunkt der „Schlüssellochveranstaltung“ das Wettbewerbsverfahren noch lief, waren die Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Die Stadt wird frühzeitig über Möglichkeiten informieren, wie die Bürgerinnen und Bürger aktiv weiterhin an der Gestaltung des Projekts teilnehmen können.
Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projekthomepage unter www.baulandentwicklung-kalverdonk.de.
