“Nein, eine Dorf-Kita ist das definitiv nicht mehr” - Die rund 50 Gäste des Richtfestes am Bau der neuen Kindertagesstätte “Mullewapp” in Nierst waren sich einig. Und so definierte es auch Bürgermeister Christian Bommers in seiner Rede: “Wenn wir dieses Haus im kommenden Frühjahr eröffnen, beginnt hier ein neues Zeitalter.” Rund fünf Millionen Euro investiert die Stadt in das Gebäude das komplett neu an das alte “Mullewapp”-Domizil in der Alten Schule angebaut wurde. Die Vorzüge des Neubaus offenbaren sich schon auf den ersten Bick von außen: Die großzügigen modernen Räume bieten auf rund 1.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche künftig vier Gruppen mit insgesamt bis zu 86 Kindern beste Bedingungen. Bislang werden in der Kita “Mullewapp” 46 Kinder betreut. Die neuen Platzkapazitäten sollen künftig auch Kindern aus den Meerbuscher Rheingemeinden zugute kommen, die jetzt noch in Lanker Kitas ausweichen müssen.
“Eine Kita, das ist nicht irgendein Gebäude. Eine Kita ist eine zweite Heimat, ein Wohlfühlort für die kleinsten Meerbuscherinnen und Meerbuscher. Die Kita-Zeit prägt unsere Kinder nicht selten für ganze Leben mit”, betonte Christian Bommers. Entsprechend habe sich das Immobilienmanagement für das Fünf-Millionen-Projekt ins Zeug gelegt. Bautechnisch erfüllt die neue Kita modernste Standards: Ein massiver Mauerwerksbau mit Stahlbetonkonstruktion bildet das Parterre. Das Obergeschoss wurde aus vorgefertigten Holzelementen aufgesetzt. Luft-Wärmepumpen sorgen in Verbindung mit einer Fußbodenheizung für angenehme Temperaturen. Die nach Süden ausgerichtete Dachfläche wird mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet. Insgesamt wird es deutlich mehr Platz und viel Licht geben. Das wiederum erleichtert die pädagogische Arbeit und bietet den Kindern mehr Möglichkeiten zur Entfaltung.
Ein großer Bewegungsraum ermöglicht neue Angebote, die die körperliche Gesundheit der Kinder fördern. Altersgerechte Gruppenräume mit direktem Zugang zu den Schlaf-, Wickel- und Sanitärbereichen verkürzen die Wege. Unterschiedliche Bildungsbereiche wie Kreativ-, Bewegungs-, Bau-, Forscher- oder Ruheräume fördern individuelles Lernen. Für alle Kinder, Eltern und Mitarbeitenden sind die Wege im Haus und die Sanitäranlagen im neuen Haus barrierefrei. In der großen Küche wird künftig auf das so genannte „Cook and Chill“- Verfahren umgestellt. Das ermöglicht frisch zubereitetes Essen aus dem Dampfgarer. Im neuen „Kinderrestaurant“ können die Mahlzeiten dann gemeinsam eingenommen werden. Hinzu kommt ein schöner Außenbereich, der bestehende und neue Spielflächen verbindet.
Wenn die Kita-Familie im kommenden Frühjahr umgezogen ist, beginnt der Umbau des alten Gebäudebestandes. Hier werden im Anschluss die für den Neubau abgerissenen Bürgerräume entstehen. Alle Bauarbeiten laufen derweil im laufenden Kita-Betrieb weiter. “Das bedeutet für das Erziehrinnen-Team, die Eltern und nicht zuletzt für die Kinder selbst eine nicht unerhebliche Umstellung”, räume Bommers ein. “Abläufe müssen geändert, Bedürfnisse und Gewohnheiten zurückgestellt werden.” All‘ diese mit einer Baustelle verbundenen Erschwernisse seien aber leichter zu nehmen, wenn am Ende ein Ziel warte, “das die Kita Nierst in ein völlig neues Zeitalter trägt”. Darauf werde nun weiter mit Hochdruck hingearbeitet.
Die “Mullewapp”-Kinder trugen derweil fröhlich zum gelungenen Einstieg ins Richtfest bei. Mit dem beliebten Lied “Wer will fleißige Handwerker sehn?” trafen die kleinen Sängerinnen und Sänger auf Anhieb den richtigen Ton.

