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Rheinbahn erneuert den Hochbahnsteig "Hoterheide": Was Fahrgäste jetzt wissen müssen


Die Tage des 25 Jahre alten Hochbahnsteigs „Hoterheide“ in Meerbusch-Osterath sind gezählt: Teile der Betonkonstruktion weisen gravierende Schäden durch “Lochfraßkorrosion” auf.  Das hat die Rheinbahn bei einer Routineuntersuchung festgestellt. Schuld sei offenbar der Einsatz von Streusalz. Das Problem ist nicht neu: Schon seit zehn Jahren wird der Bahnsteig sicherheitshalber mit einer Hilfskonstruktion aus Stahl gestützt. Außerdem, so die Rheinbahn, entspricht er nicht mehr den heutigen Standards der Barrierefreiheit. Das alles soll nach Wunsch des Nahverkehrsunternehmens und der Stadt bald der Vergangenheit angehören: Jetzt starteten Bürgermeister Christian Bommers und Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe die Bauarbeiten für einen neuen Hochbahnsteig mit einem symbolischen ersten Spatenstich.

Modern und barrierefrei

Ziel der Rheinbahn ist es, alle Haltestellen in ihrem Verbreitungsgebiet nach und nach so auszubauen, dass sie den den neusten baulichen Standards und den "Mobilitätsbedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen" entsprechen. Wie soll das in Osterath vonstatten gehen? Am Haltepunkt Hoterheide wird nun zunächst hinter dem ehemaligen Stellwerk ein provisorischer Bahnsteig gebaut, an dem die Fahrgäste während der Bauarbeiten weiterhin in die Linie U76 einsteigen können. Danach wird der alte Bahnsteig abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der neue Bahnsteig wird um zehn Meter auf 70 Meter verlängert, damit in Zukunft auch längere Bahnen hier halten können und die Kapazität erhöht werden kann. Und das hat seinen Grund: An der Hoterheide steigen nach Rheinbahn-Angaben täglich rund 1.500 Fahrgäste ein und aus. Damit ist der Haltepunkt einer der am intensivsten genutzten im Meerbuscher Stadtgebiet.

“Inklusive Haltstelle”

„Wir schaffen hier  eine inklusive Haltestelle, die alle Menschen - auch solche, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind - komfortabel nutzen können", so Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe. “Wir freuen uns, dieses Projekt gemeinsam mit der Stadt Meerbusch erfolgreich umzusetzen und den ÖPNV in Meerbusch weiter zu stärken.” 

„Ein attraktives Angebot von Bus und Bahn ist für jede Kommune unerlässlich. Ich freue mich deshalb über jeden Euro, den die Rheinbahn in die Meerbuscher Verkehrsinfrastruktur investiert", sagte Bürgermeister Christian Bommers zum Baustart. "Wichtig ist, dass dieses Angebot für alle Menschen - ganz gleich ob mit oder ohne Handicap - gleichermaßen zugänglich ist. Deshalb bauen wir auch seit Jahren unsere Bushaltestellen im Stadtgebiet Schritt für Schritt barrierefrei aus.“

Umfangreiche Arbeiten und Investitionen

Mit dem neuen Hochbahnsteig wird die Rheinbahn auch die Signal-, Gleis- und Fahrleitungsanlagen modernisieren, auch der Bahnübergang und die Schranken werden erneuert. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt zurzeit mittig zwischen den Gleisen und Schranken; nach dem Umbau soll dies auf der Nordseite von der Straße „Schiefelberg“ und auf der Südseite von der P+R-Anlage her geschehen. „So können unsere Fahrgäste den Bahnsteig zukünftig auch bei geschlossenen Schranken von einer Seite erreichen", erläutert Stephanie Zweig, Bereichsleiterin Infrastruktur bei der Rheinbahn. Da der Bahnsteig nach Westen um zehn Meter verlängert werde, verändere sich auch die Lage der Treppe.  

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen über fünf Millionen Euro. Für das Projekt hat die Rheinbahn beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr einen Förderantrag zum Förderprogramm „Grunderneuerung der kommunalen Schiene“ gestellt.

Was Fahrgäste und Autofahrer jetzt wissen müssen: Vier Bauphasen und Sperrungen 

Die jetzt begonnenen Bauarbeiten dauern nach Einschätzung der Rheinbahn-Planer voraussichtlich ein Jahr - und sie bringen für die Fahrgäste und für den örtlichen Verkehr naturgemäß auch Einschränkungen mit sich. Gebaut wird in vier Phasen. Die Rheinbahn hat angekündigt, rechtzeitig vor jeder Phase ausführlich die Öffentlichkeit zu informieren. Und so sieht das Vorgehen bis jetzt im Einzelnen aus: 

Ab sofort bis Juni laufen zunächst die Vorbereitungen und die Bauarbeiten für die notwendige Ersatzhaltestelle. Daher kommt es von Freitag, 15. Mai, bis Montag, 18. Mai, 4 Uhr, zu einem ersten Sperrwochenende für die Linien U70 und U76. Die Bahnen fahren dann nur bis zur Haltestelle „Düsseldorf, Lörick“ und werden dort durch Busse ersetzt.

Bis Juli soll dann der alte Hochbahnsteigs abgerissen und der Kanalbau für die neue Bahnsteig-Entwässerung erledigt sein. In dieser Phase ist nach Angaben der Rheinbahn ein zweites Sperrwochenende nötig, nämlich von Freitag, 3. Juli, bis Montag, 6. Juli. An diesen Tagen wird die Rheinbahn die Linien U70 und U76 ebenfalls an der Haltestelle „Düsseldorf, Lörick“ enden lassen. Wie schon im Mai transportieren Busse die Fahrgäste von hier aus weiter.

In der dritten Phase, die die erheblichsten Einschränkungen mit sich bringt, ist der eigentliche Neubau des Bahnsteigs an der Reihe. In der über zweimonatigen Sperrzeit von Montag, 27. Juli, bis Montag, 28. September, sind zeitgleich auch umfangreiche Oberleitungsarbeiten im Bereich „Düsseldorf, Lörick“ bis „Meerbusch, Haus Meer“ im Gange. Daher enden die Bahnen der Linien U70 und U76 in diesem Zeitraum auch wieder dort. Weiter geht's wie gehabt per Schienenersatzverkehr. In dieser Zeit ist auch die komplette Sperrung des Bahnübergangs Strümper Straße für den Autoverkehr vorgesehen. Die neue Schrankenanlage soll dann am 28. September in Betrieb gehen.

In der vierten Phase will die Rheinbahn den Hochbahnsteig dann fertig ausbauen und technisch ausrüsten. Für den Rückbau der Ersatzhaltestelle benötigt die Rheinbahn schließlich ein drittes Sperrwochenende vom 22. bis zum 25. Januar 2027. Anschließend stehen noch Pflanzarbeiten im Umfeld des Bahnsteigs an.

Foto-Info: (von rechts) Bürgermeister Christian Bommers, Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe und Stephanie Zweig, Bereichsleiterin Infrastruktur der Rheinbahn, starten die Bauarbeiten für den Ersatz des Hochbahnsteigs Hoterheide mit einem symbolischen ersten Spatenstich.