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Bahnunterführung Osterath: Straßen.NRW kündigt Baustart Anfang September an


Wie die Straßen.NRW- Regionalniederlassung Niederrhein nun mitgeteilt hat, beginnen Anfang September die umfassenden Umbauarbeiten für die Bahnunterführung in Osterath. Nachdem die Vorleistungen der Deutschen Bahn erfolgreich abgeschlossen seien, starte nun die finale Phase des Großprojekts, heißt es in der Pressemitteilung von Straßen.NRW. 
Ziel ist es, die Verkehrsführung so umzugestalten, dass die bisherigen Bahnübergänge zurückgebaut werden können und der Verkehr die Bahnstrecke künftig kreuzungsfrei sowie bahnunabhängig unterquert. Den Verantwortlichen der Stadt Meerbusch präsentierte Straßen.NRW zusammen mit dem Auftragnehmer nun die anstehenden Bauphasen und die Details zum Bauvorhaben, das voraussichtlich Mitte 2031 fertiggestellt sein soll.  „Ich freue mich, dass es an der Bahnunterführung in Osterath endlich weiter geht. Nachdem die Finanzierung des letzten großen Bauabschnitts durch das NRW-Verkehrsministerium lange unklar war, stand ich im fortwährenden Kontakt mit dem Ministerium, um die baldige Wiederaufnahme der Arbeiten zu erwirken. Nachdem die Mittel für den Bau der Rampen und des unterirdischen Kreisverkehrs letztlich freigegeben wurden, erreichte mich die freudige Nachricht von Straßen.NRW über den baldigen Baustart heute im Urlaub", sagt Bürgermeister Christian Bommers. 

Vorbereitende Arbeiten und einwöchige Vollsperrung ab 31. August

Laut Straßen.NRW fällt der Startschuss  mit vorbereitenden Maßnahmen ab dem 31. August 2026. Für das erste große Baufeld nordwestlich des Bahnhofsgebäudes muss der bestehende Kreisverkehr auf dem Bahnhofsweg in Höhe der Theodor-Heuss-Straße zurückgebaut werden.
Für diese Arbeiten wird der Bahnhofsweg zwischen der Strümper Straße und der Meerbuscher Straße für eine Woche, vom 31. August bis zum 7. September 2026, voll gesperrt. Eine entsprechende Umleitung über den Winkler Weg wird eingerichtet. Die Bahnübergänge an der Strümper Straße an der Meerbuscher Straße sind in diesem Zeitraum weiterhin befahrbar. Auch der Bahnhof bleibt von der Meerbuscher Straße aus erreichbar. Nach Abschluss dieser einwöchigen Vorarbeiten wird der Bahnhofsweg vorerst wieder in beide Richtungen freigegeben.

“Das Jahrhundertprojekt Bahnunterführung Osterath biegt damit in die Zielgerade ein. Der Bau wird in den kommenden Jahren von den Osteratherinnen und Osterathern noch einmal einiges abverlangen - mit dem klaren Ziel vor Augen, dass voraussichtlich 2031 endlich der Verkehr durch die Unterführung Rollen kann. Ich bin mir sicher, davon profitiert die gesamte Stadt Meerbusch”, ergänzt Bürgermeister Christian Bommers.

Die Bauphasen im Überblick

Bauphase 1: Zweieinhalb Jahre Tiefbau ohne große Verkehrsbehinderungen
Die erste große Bauphase schließt direkt an die Vorarbeiten an und wird etwa zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. In dieser Zeit sind keine Umleitungen notwendig und die Bahnübergänge bleiben geöffnet. Parallel zu Ladestraße und Werkstraße entstehen auf der östlichen Seite der Gleise der neue Kreisverkehr unter den Bahngleisen sowie dessen Zubringer in Form von Trogbauwerken. Im Herbst 2026 werden hierfür die ersten Großgeräte auf der Baustelle anrücken. Da der neue Kreisverkehr im Grundwasserbereich liegt, sind anspruchsvolle Arbeiten erforderlich. Zum Schutz gegen das Grundwasser wird eine massive Unterwasserbetonsole gegossen. Als statisch-konstruktives Gerüst dienen überschnittene Bohrpfahlwände, die auf einer Gesamtlänge von rund 500 Metern entlang der vier Zubringer zum Kreisverkehr in den Boden eingebracht werden.
Das ist jedoch noch nicht alles, denn zum Projekt gehören außerdem ein neues Oberflächenwasser-Pumpwerk, ein unterirdisches Regenbecken unter der Eisenbahnbrücke und ein Stauraumkanal unter der Ladestraße.

Bauphase 2: Eineinhalb Jahre Sperrung und West-Anbindung
An die erste Phase schließt die zweite wesentliche Bauphase an, für die rund eineinhalb Jahre eingeplant sind. In diesem Abschnitt wird das restliche Trogbauwerk auf der gegenüberliegenden, westlichen Seite errichtet. Zudem wird in dieser Phase der neue Kreisverkehr an der Kreuzung Meerbuscher Straße / Bahnhofsweg gebaut.
Für die Dauer dieser Arbeiten muss der Bahnhofsweg erneut gesperrt werden. Umleitungen werden diesmal weiträumig über den Winkler Weg, die Meerbuscher Straße und die Hochstraße eingerichtet. Die Bahnübergänge bleiben jedoch auch in dieser Phase für den Verkehr geöffnet.

Finaler Rückbau und Fertigstellung im Jahr 2031
Zum Abschluss des Großprojekts werden die drei alten Bahnübergänge Meerbuscher Straße, Strümper Straße und Hoterheideweg dauerhaft geschlossen und zurückgebaut. Die dafür notwendigen Sperrpausen wurden von Straßen.NRW bereits bei der Deutschen Bahn angemeldet. Nach dem Rückbau werden die bestehenden Straßen an die neuen Rampen der Unterführung angeschlossen. Erst ganz zum Schluss kann auch der neue Park-and-Ride-Parkplatz auf der Westseite gebaut und freigegeben werden, da dessen Flächen bis dahin als Baustellenlogistikfläche benötigt werden. Läuft alles nach Plan, wird das Gesamtprojekt Mitte 2031 mit den letzten Restarbeiten abgeschlossen.

Finanzierung und Aufteilung der Millioneninvestition
Die Gesamtkosten des Projekts von 76 Millionen Euro werden auf mehrere Schultern verteilt. Der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Bahn tragen gemeinsam den Hauptanteil für den kreuzungsfreien Umbau.
Die Stadt Meerbusch übernimmt die Kosten, die auf Basis der städtischen Planungsvorgaben und Wünsche realisiert werden.