Von Krebsen über Steinböcke und Pinguine bis hin zu Kamelen und Elefanten – von Tauben über Tiger und Nilpferde zu Fröschen und Ratten – sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind die Protagonisten der neuen Ausstellung „Tierisch was los!“ der Reihe „MeerbuschKunst“, die am 23. Februar in der Teloy-Mühle in Lank startet. „Das Tier ist neben dem Menschen das älteste Motiv der Kunst. Das ihnen daher nun eine Ausstellung gewidmet wird, ist naheliegend“, erklärt Bernd R. Meyer, Kurator der Ausstellung.
Insgesamt 96 zeitgenössische Werke greifen das Thema „Tier“ auf unterschiedliche Weise auf. Zu sehen sind unter anderem Zeichnungen, Skulpturen, Acryl auf Leinwand, Pappmaché-Arbeiten, Bronzen, Keramik und Porzellan.
20 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten bis zum 9. März - darunter Emil Schult. Das Gründungsmitglied der Elektro-Pop-Band „Kraftwerk“ studierte unter anderem bei Joseph Beuys und Gerhard Richter, gestaltete später zahlreiche Plattencover seiner Band. Als er in den 1980er Jahren dem Musikbusiness den Rücken kehrte und in die Karibik zog, hat er Tiere und ihre natürliche Umgebung in einem anderen Licht wahrgenommen. „Der Mensch hat Tiere immer schon drangsaliert und unterdrückt. Ich möchte mit meiner Kunst auf deren Situation aufmerksam machen“, sagt Schult. Entstanden sind so zahlreiche Bilder hinter Glas, einer besonderen Technik, die sich Schult auf den Bahamas angeeignet hat.
Zu sehen sind in der Ausstellung aber beispielsweise auch Frösche aus 3D-Druck, ein Eisbär aus Papierfetzen alter Landkarten oder das Klon-Schaf Dolly, dass die Frage „Traum oder Trauma?“ aufwirft. „Es ist wirklich beeindruckend, wie vielseitig diese Ausstellung ist. Wir haben hier tonnenschwere Kunst aber auch filigrane Arbeiten. Je länger man die einzelnen Objekte betrachtet, desto mehr Details fallen auf“, sagt Meerbuschs Kultur-Dezernent Peter Annacker.
Zu den prominenten Ausstellern zählen sicherlich Katharina Fritsch, seit 2010 Professorin für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie und bekannt unter anderem für ihre großformatigen Tierdarstellungen, wie das Werk „Rattenkönig“ auf der Biennale 1999, oder die Fotokünstlerin Katharina Sieverding, der das K21 in Düsseldorf im vergangenen November eine große Retrospektive gewidmet hat. „2008 ist die Idee der Reihe MeerbuschKunst entstanden. Ziel war es seitdem immer, Kunst von international renommierten Künstlern aus der Region, aber auch Newcomern zu präsentieren“, sagt Kurator Bernd R. Meyer.
Dazu gehört sicherlich auch Klara Virnich, die 2020 ihr Examen an der Düsseldorfer Kunstakademie absolviert hat. „Ich hatte schon immer einen großen Bezug zu Tieren“, sagt sie. Ihre Technik: Öl auf Leinwand wird eingegossen in ein Kunstharz – dadurch wirken die Tiere annähernd wie Präparate.
Die Vernissage von „Tierisch was los“ ist am Sonntag, 23. Februar, um 11 Uhr in der Teloy-Mühle. Bis zum 9. März ist die Ausstellung dann mittwochs bis samstags von 16 bis 19 Uhr und sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Zudem gibt es ein Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und der Städtischen Musikschule, unter anderem mit Kinderbuchlesungen und einem Konzert der Talentförderklasse der Musikschule. So sollen auch Kinder und junge Familien angesprochen werden. Ergänzend dazu wird es auch Führungen für Meerbuscher Kindergärten und Schulen geben.
Foto-Info: Bis zum 9. März sind die Kunstwerke zum Thema "Tierisch was los" in der Teloy-Mühle zu sehen. Foto: Stadt Meerbusch
