Was unterscheidet Meerbusch von anderen Städten? Im Bereich der Verkehrsprävention sehr viel – denn die Stadt kümmert sich gemeinsam mit der Rheinbahn und der Polizei im Rhein-Kreis Neuss um die verkehrspädagogische Ausbildung ihrer Schülerinnen und Schüler. Seit inzwischen 24 Jahren bilden die verschiedenen Partner die sogenannten „Busbegleiter“ aus. 32 neue Busbegleiter treten nun ihr Ehrenamt an.
Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen an Meerbuschs weiterführenden Schulen führen damit eine lange Tradition fort.
Dabei ist das Projekt mittlerweile auch ein wissenschaftlich anerkannter Erfolg: weniger Unfälle mit Kindern im Nahverkehr, weniger Schäden durch Vandalismus, motivierte Jugendliche voller Selbstvertrauen und Sozialkompetenz.
Bereits im Jahr 2000 wurde das Busbegleiter-Konzept entwickelt und ab 2002 die ersten Jugendlichen ausgebildet. Seither absolvierten 800 Schülerinnen und Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule, des Mataré Gymnasiums, des Meerbusch-Gymnasiums, der Gemeinschaftshauptschule Osterath (bis 2012) und der Realschule Osterath die Ausbildung; ständig sind rund 100 Busbegleiterinnen und Busbegleiter in den Fahrzeugen der Rheinbahn im Einsatz.
Einzigartig sind die Flächendeckung und Nachhaltigkeit der Verkehrsprävention: Meerbusch ist die einzige Stadt im Netz der Rheinbahn, die ihren jungen Bürgerinnen und Bürgern an allen weiterführenden Schulen die Möglichkeit bietet, regelmäßig verkehrspädagogische Trainings zu absolvieren.
Das Projekt „Busbegleiter“ ist im Bereich der Primärprävention angesiedelt, arbeitet also vorbeugend und zielt darauf ab, die Ursachen für Unfälle und Auseinandersetzungen zu reduzieren. Es besteht aus der „Busschule“, einem Unfallpräventionstraining in der 5. Klasse, der Gewaltprävention „Ohne Gewalt stark“ in der 7. Klasse sowie dem Zivilcourage-Projekt „Busbegleiter“ in der 8. Klasse.
Insgesamt haben die Kooperationspartner also in diesem Jahr 518 Schülerinnen und Schüler und seit dem Start des Projekts im Jahr 2000 stolze 24.450 Schülerinnen und Schüler mit den drei Projekt-Bausteinen erreicht.
Doch wie sieht die Arbeit der Busbegleiterinnen und Busbegleiter eigentlich aus? Die Zweier-Teams beobachten an Bord eines Busses, was im Fahrzeug passiert und helfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie sind auf Notfälle und Unfallsituationen vorbereitet. Ziel ist es, die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen, indem die Schülerinnen und Schüler Streitigkeiten untereinander schlichten, Zivilcourage zeigen und selbst für eine friedliche Atmosphäre im Bus sorgen. Die Busbegleiterinnen und Busbegleiter haben dabei eine zentrale Rolle: Sie sind Ansprechpartner für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler und zugleich Kontaktpersonen zum Fahrpersonal.
Die Busbegleiter tragen einen speziellen Ausweis, damit Schülerinnen und Schüler und Fahrpersonal sie erkennen. In Problemsituationen sprechen sie die Kinder an und bitten notfalls das Fahrpersonal um Unterstützung. Sie treffen sich in der Schule regelmäßig mit den anderen Busbegleitern und Betreuungslehrern und arbeiten in den Projektkreis-Sitzungen mit allen Kooperationspartnern mit. Dadurch haben die Schülerinnen und Schüler stets die Möglichkeit für Rücksprache, Erfahrungsaustausch, Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Ein jährliches Auffrischungstraining erweitert und vertieft die Handlungskompetenz der Busbegleiterinnen und Busbegleiter.
